Montag, 11. April 2011

Western-Eastern zum Dritten: The Warrior's Way (2010)

Spätestens seit Tarantino's Kill Bill Filmen (2003&2004) entdeckten auch andere Regisseure den Spaß des Remixens von Italo-Westernkultur mit asiatischem Schwertkampf. Erst kam Miike's Sukiyaki Western Django (2007) aus Japan, dann "The Good, the Bad, and the Weird" (2008) aus Korea, und 2010 fand in den USA unter Ausschluß der Öffentlichkeit "The Warrior's Way" statt.



In den Staaten aufgrund mangelnden Werbe-Budgets gar fürchterlich an den Kinokassen gefloppt, gönnt man nach Sichtung dem etwas unterbudgetierten, dafür umso hemmungsloseren Werk dennoch einen kleinen, feinen Kult-Status, macht der aus Korea eingekaufte Regie-Neuling Sngmoo Lee doch so vieles richtig, dass man ihm die vielen kleinen Schwächen augenzwinkernd verzeiht. Versuchen wir es zuerst an einer Schublade, in die The Warrior's Way hineinpassen könnte: House of Flying Daggers (2004) meets Django (1966) in einem über-stilisierten, artifiziellen CGI-Look ähnlich 300 (2006). Das Story-Telling ist jedoch im Gegensatz zu dem Snyder'schen Machwerk überaus gelungen und die Schauspieler hervorragend gecastet und sehr spielfreudig, allen voran Kate Bosworth (Lois Lane aus Superman Returns) und Geoffrey Rush (Captain Blackbeard aus dem Fluch der Karibik). Nicht zu vergessen Danny Huston (Obervampir Marlow aus 30 Days of Night), der den wirklich hassenswerten Oberbösewicht gibt wie weiland Michael Ironside zu seinen besten Zeiten.
Trotz der etwas billig wirkenden CGI-Effekte sind die Kampfszenen  mehr als solide inszeniert und wissen auf ganzer Linie zu beeindrucken, sei es klassischer Samurai-Schwertkampf oder eine Armee von Ninjas gegen Cowboys mit einer Gatling, und Humor und Soundtrack sitzen auch perfekt. Was also bleibt, ist ein hochsympathisches B-Movie weit abseits der ausgetretenen Big Budget Hollywood Massenware, das von der Kritik mißverstanden sich auch in Anbetracht des IMDB-Ratings momentan zu einer Art Fan-Favorit entwickelt. Und gerade aufgrund des ähnlich gelagerten Settings sogar meilenweit besser daherkommt als die Millionenverschwendung des letzten Jahres, Jonah Hex. Nichts für den Massengeschmack, sondern für den Cineasten mit dem ganz besonderen Faible für überdrehte politisch unkorrekte Außenseiter-Produktionen.
Oder um nochmals bei Snyder nachzutreten: Jeder, der sich immer noch überlegt SUCKer Punch tatsächlich ansehen zu wollen oder schon zutiefst enttäuscht wurde, sollte The Warrior's Way mehr als eine Chance geben, wenn er hierzulande dieses Jahr irgendwann auf DVD&Bluray erscheint.
8/10 Motherfucking Ninjas im Wilden Westen. Nicht perfekt, dafür umso sympathischer.