Freitag, 26. August 2011

Sammel-Reviews: Comic-Verfilmungen 2011

- Thor: ach je... zumindest war es mutig von Marvel, Kenneth Branagh zu engagieren, schließlich ist der Kollege ansonsten nur im hohen Literatur-Fach anzutreffen. Der Zuschauer bemerkt zwar, dass Branagh auch durchaus Bock auf den Quatsch hatte, und die Cast stimmt auf den Punkt, alleine: Weder Drehbuch noch die Inszenierung, die eher an eine durchgeknallt-bunt-homosexuelle Wagner-Oper denn an einen guten Kinofilm erinnert, stimmen so richtig. Größter Knackpunkt bleibt die Charakterzeichnung: Thor's Kumpanen aus Asgard bleiben sinnloses Beiwerk, Natalie Portman und ihre Schauspielkünste sind völlig verschenkt, und Chris Hemworth verleiht dem Hauptcharakter in etwa so viel Charisma und Tiefe wie ein Backstein. Das bisschen beeindruckende Action spielt sich dann entweder im tiefdunklen Yodenheim hektisch geschnitten ab (wollte man die CGI-Effekte kaschieren?) oder in einem unspektakulären kleinen Wüstenkaff. Was bleibt, ist eine krass verschenkte Chance, einen der interessantesten Marvel-Charaktere würdig auf die große Leinwand zu bringen. Immerhin hatte Mjollnir wenigstens 2 bis 3 sehenswerte Hammer-Szenen (wortwörtlich) und wir sind gerade im direkten Vergleich mit dem restlichen Comic-Mist noch gnädig und vergeben 6/10 Donnerschläge. 


- Captain America: Wenig überraschend, aber der "brilliante" Regisseur von Rocket Man oder Jumanji (Joe Johnston) versagt auf ganzer Linie. Auch wenn Hugo Weaving (Matrix, V) den rotgesichtigen Bösewicht mit altgewohnter Inbrunst gibt, hier stimmt wenig... Chris Evans hat in den Losers und Scott Pilgrim gezeigt, was er kann, hier läßt es sich hingegen nur erahnen. Was bleibt, ist eine lieblose Aneinanderreihung von Szenen, die man so oder ähnlich schon in zig anderen Comicverfilmungen gesehen hat und eine Exposition, die in ihrer viel zu gewollten Ironie mehr als eine volle Stunde lang höchstens zu eingeschlafenen Füßen führt. Ein stinkiger, peinlicher Langeweiler vor dem Herrn und damit gerade mal 3/10 patriotische Heldentaten wert.






- X-Men - First Class: Erstaunlicherweise tatsächlich erstklassig, was Matthew Vaughn hier gedreht hat! Absolut grandios gecastete Schauspieler, die sich auch austoben können, ein gutes Drehbuch, und eine routiniert-überlegene Regieleistung. A propos Schauspieler: Michael Fassbender (Magneto; Inglourious Basterds) versus James McAvoy (Charles Xavier; Wanted) muss man gesehen haben um es zu glauben, herrlich. Vaughn führt den Zuschauer auf eine Reise durch verschiedene Epochen (v.a. 2. Weltkrieg und Kalter Krieg) ohne kitschig zu wirken, verpasst den eigentlich prinzipbedingt platten Charakteren wunderbar mehrschichtige Eigenarten, und der Rachefeldzug des jungen Magneto würde alleine schon einen eigenen Film rechtfertigen ala Schindler's Liste Reloaded. Herrlich. SO muss ein Prequel aussehen, Hollywood, dann klappt's auch mit dem Reboot! 9/10 mutierte X-Chromosomen!





- Green Lantern: Nicht so schlecht wie befürchtet, aber auch nicht so gut wie erhofft. Martin Campbell (Golden Eye, Casino Royal) ist ein guter Regisseur, und Ryan Reynolds Idealbesetzung, aber auch die beiden schaffen es nicht, das Kuddel-Muddel-Drehbuch irgendwie auszugleichen. Bei Green Lantern sollte man ohnehin Gnade vor Recht walten lassen, schließlich ist die Vorlage an sich schon cheesy genug als Comic, da fragt man sich höchstens ob's in Anbetracht des immer noch prall gefüllten Marvel Repertoires in diesem Falle wirklich eine Realverfilmung gebraucht hätte. Glücklicherweise schaffen es Campbell&Reynolds mit meist treffsicherem Humor und Selbstironie, den ganzen Quatsch etwas zu entschärfen und damit guckbarer zu machen, aber ein Must-See war das jetzt nicht. 6/10 phosphoreszierende Plastikringe aus dem Kaugummiautomaten.






Die letzte Hoffnung: The Avengers von Joss "Firefly" Whedon (2012)

1 comments:

Sabine hat gesagt…

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Mit freundlichem Gruß,
Sabine Schmidt
Content Managerin
CTL Deutschland
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